Die Grafschaft Bentheim im Unterricht: Nordhorn

Der Schwarze Garten in Nordhorn

Der Schwarze Garten in Nordhorn - Bild: GBiU

In mehreren Orten der Grafschaft Bentheim stehen Denkmäler, die an gefallene deutsche Soldaten erinnern sollen. Die ältesten wurden nach dem Krieg gegen Frankreich in den Jahren 1870 - 71 errichtet. Am Ende dieses Krieges wurde das Deutsche Reich gegründet. Weil der Krieg siegreich war, wurde er in Deutschland lange bejubelt. In deutschen Schulen fand jährlich eine "Sedansfeier" statt. 

Am 1. August 1914 begann der schreckliche 1. Weltkrieg. Bis zum November 1918 starben mehr als 10 Millionen Menschen.

Deutscher Soldat des 1. Weltkrieges - Bild: privat

Am Ende dieses Krieges war Deutschland geschlagen. Es musste Gebiete abtreten, viel Geld zahlen und harte Bedingungen ertragen. Es folgte eine Zeit mit hoher Arbeitslosigkeit, Geldentwertung und wirtschaftlicher Not.

Dieser Teil des Denkmals wurde 1929 errichtet - Bild: GBiU  

Im Jahr 1929 wurde in Nordhorn ein Denkmal zur Erinnerung an die Soldaten errichtet, die im 1. Weltkrieg gefallen waren. Auf einem Sockel stand eine Statue, auf Platten aus Sandstein waren die Namen der Toten eingemeißelt.

Wenige Jahre später kamen Adolf Hitler und die Nazis an die Macht. Anhänger Hitlers in Nordhorn benutzten das Denkmal, um den Krieg zu verherrlichen. Der Platz wurde in „Langemarckplatz“ umbenannt.  Bei Langemarck in Belgien sollen im November 1914 junge deutsche Soldaten singend feindliche Stellungen erobert haben. Das stimmt zwar nicht, aber es passte gut in die Vorbereitung eines neuen Krieges, den Hitler 1939 begann. Krieg sollte verherrlicht werden. 

Wir nennen den Krieg Hitlers den 2. Weltkrieg. Deutsche Soldaten überfielen Polen, Holland, Belgien, Frankreich, Dänemark, Norwegen, Griechenland und schließlich Russland. Doch nach all diesen Eroberungen mussten sie sich schließlich doch zurückziehen, weil viele Länder sich zusammenschlossen, um Hitlers Armeen zu bekämpfen.

Deutsche Soldaten in Russland im Jahr 1943 - Bild: Deutsches Bundesarchiv, Bild 101I-219-0553A-16 (CC BY-SA 3.0)

Dieser 2. Weltkrieg endete mit dem Tod von ungefähr 60 Millionen Menschen und der Niederlage Deutschlands am 8. Mai 1945. Von den Deutschen waren während des Krieges schreckliche Verbrechen begangen worden. Nun war das eigene Land zerstört und von fremden Soldaten besetzt. 

Auf den Tafeln an der Mauer sind die Namen der getöteten Soldaten eingraviert - Bild: GBiU

Das Denkmal in Nordhorn wurde 1959 verändert, doch der alte Name des Platzes blieb erhalten. Schließlich bekam die amerikanische Künstlerin Jenny Holzer den Auftrag, den Ort neu zu gestalten. Sie schuf einen „Schwarzen Garten“, der Name "Langemarckplatz" verschwand. Jenny Holzer wollte vor allem auf die Grauen des Krieges und das sinnlose Sterben hinweisen.

In der Mitte wächst ein Apfelbäumchen, das schwarze Früchte trägt - Bild: GBiU

Auf den Beeten wachsen Pflanzen mit dunklem Laub und dunklen Blüten, in der Mitte ein Apfelbäumchen, das schwarze Früchte trägt. Der alte Sockel und die Tafeln mit den Namen der Toten des 2. Weltkriegs sind in die Anlage einbezogen. Auf 5 Sandsteinbänken sind Inschriften in deutscher und englischer Sprache zu lesen.  

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Ergänzende Materialien für den Unterricht:

Erkundungsaufgaben im PDF-Format und im ODT-Format

Den ganzen Text im PDF-Format und im ODT-Format

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