Die Grafschaft Bentheim im Unterricht: Samtgemeinde Schüttorf

Samern und das Samer Rott

Das Samerrott ist ein Waldgebiet in der Gemeinde Samern - Bild: GBiU

Samern ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Schüttorf. Sie umfasst eine Fläche von fast 26 Quadratkilometern, auf denen 721 Menschen leben. Die Gemeinde ist immer noch geprägt von ihren großen, weit verstreuten Bauernhöfen. Meistens sind es Einzelhöfe.

Der Hof Schulze Holmer in Samern ist ein sehr alter Bauernhof - Bild: GBiU

Bereits vor über 1000 Jahren ließen sich hier die ersten Siedler entlang der Vechte nieder. Es entstanden 21 größere Höfe. Die Bauern rodeten den Wald und machten große Heideflächen fruchtbar. Ein Beispiel für solch einen sehr alten Bauernhof ist das Anwesen der Bauern Schulze Holmer.

Die Anlage dieses Hofes hat sich seit Jahrhunderten nicht verändert. Die alten Gebäude wurden erneuert oder modernisiert, neue Stallungen, Silos usw. kamen hinzu. Einige der alten Bauten sind jedoch schon über 300 Jahre alt. Zwei von ihnen können heutzutage besucht werden. Auf Informationstafeln und durch ein Video erfährt man hier einiges über die Geschichte Samerns und des Hofes.

In dem ehemaligen Kornspeicher auf dem Hof Schulze Holmer ist heute eine Ausstellung zu sehen - Bild: GBiU

Die Gebäude auf dem Anwesen liegen bewusst verstreut, damit bei einem Brand nicht der gesamte Hof den Flammen zum Opfer fällt oder die Ernte vernichtet wird.

Die alten Bauernhöfe in Samern besitzen gemeinsam das so genannte Samerrott. Hierbei handelt es sich um ein 266 ha großes Waldstück, das überwiegend aus Eichen und Buchen besteht. Die Bauern verwalten dieses Waldstück genossenschaftlich.

Die Bäume im Samerrott sind fast ausschließlich Eichen und Buchen - Bild: GBiUi

Im Jahr 1754 brannten in Ohne 30 Häuser ab. Auch der Turm und das Dach der Kirche wurden schwer beschädigt. Heute finden wir an der Westseite des Turms die Jahreszahl 1764. In diesem Jahr wurden Kirche und Turm wieder hergestellt. In der Kirche findet man ein Taufbecken aus Bentheimer Sandstein. Man schätzt, dass es noch älter ist als das Gotteshaus selbst.

Das heißt zum Beispiel, es wird gemeinschaftlich beschlossen, wie viel Holz geschlagen wird. Die Bauern vom Hof Schulze Holmer waren über Jahrhunderte die Holzrichter des Samerrotts und entschieden bei Streitfällen über die Nutzung des Waldes. Die Bauern mit Besitz am Wald werden auch Malbauern genannt. Früher kamen sie von Zeit zu Zeit am Rabenbaum zusammen, um gemeinschaftlich zu beraten.

Der Umfang des alten Rabenbaums wird heute von einem Kreis von Eichenplanken markiert. - Bild: GBiU

Der alte Rabenbaum steht heute nicht mehr. Man kann aber noch die Stelle aufsuchen, an dem einst die knorrigen Äste der dicken Eiche in den Himmel ragten. Sie soll einen Umfang von 11 Metern und einen Durchmesser von über 3 Metern gehabt haben.

Vor langer Zeit lebten Germanen in dieser Gegend. Für sie war der Rabenbaum vermutlich ein Heiligtum, das dem Gott Wodan geweiht war. Da dieser Gott nach dem Glauben der Menschen immer von zwei Raben begleitet wurde, ist der Name des Baumes wahrscheinlich davon abgeleitet.

Im Jahr 1798 verlor der Rabenbaum bei einem Sturm seine Krone, der übrig gebliebene Stumpf brannte später aus. Heute sind nur noch einige Holzstücke von dem alten Baum erhalten. Sein Umfang wird heute von einem Kreis von Eichenplanken markiert. In seiner Mitte wächst eine neue Eiche.

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Ergänzende Materialien für den Unterricht:

Erkundungsaufgaben als PDF-Datei und als ODT-Datei

Den Text der Themenseite als PDF-Datei und als ODT-Datei

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