Die Grafschaft Bentheim im Unterricht
Ölwall und Stadtgraben wurden zum Schutz der Stadt Neuenhaus angelegt
 

Der Ölwall und der Mühlenkolk

Druckversion mit Erkundungsaufgaben

Neuenhaus hatte nie eine Stadtmauer. Die Stadt war nur durch die Dinkel und einige breite Gräben geschützt. Teilweise war hinter den Gräben ein Wall aufgeschüttet, der einen zusätzlichen Schutz bieten sollte. 

Reste dieser Anlage sind noch am Ölwall erhalten. Er hat seinen Namen nach der Ölmühle, die sich am heutigen Mühlenkolk befand. Am Ölwall kann man noch einige "Fünerties" sehen. Das sind Steinplatten, auf denen früher Wäscherinnen arbeiteten, die im Stadtgraben die Wäsche wuschen. Zwischen Ölwall und der Stadt verläuft der Stadtgraben.

Auch der Mühlenkolk war ein Teil der Neuenhauser Stadtgräben. Früher gab es auch eine Verbindung zur Dinkel. Dann konnten kleine Schiffe, so genannte Schuten, über Dinkel und Vechte bis nach Amsterdam gelangen. Den Mühlenkolk nannte man "Schutendeep". Hier wurde Torf und andere Fracht abgeladen.

Am Mühlenkolk stand früher eine Wassermühle. Daran erinnern noch zwei große hölzerne Wasserräder. Zuletzt wurde hier mit Wasserkraft ein Sägewerk betrieben. Beim Abbruch der Mühle fand man einen sehr großen Stein. Er war aus Gildehauser Sandstein, 5 Tonnen schwer und er hatte einen Durchmesser von 3 Metern.

Zwischen den Wällen und Gräben gab es 4 Stadttore. Sie wurden Poorte genannt: die Uelser, die Veldhüüser-, die Diek- und die Prinsenpoorte. Keines der alten Stadttore ist mehr erhalten. Nur an der Nordhorner Straße hat man die Diekpoorte nachgebaut.

Der Ölwall vor dem großen Sturm im Juli 2010. Damals wurden alle Bäume schwer beschädigt und mussten gefällt werden. Inzwischen ist der Ölwall neu bepflanzt.
   
"Fünerties" am Stadtgraben
   
"Der Mühlenkolk war früher mit der Dinkel verbunden
   
"Vor dem Haus Brünemann kann man noch einige alte Wasserräder sehen
   
Die Diekpoorte an der Nordhorner Straße hat man nachgebaut - Bilder: GBiU
   
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