Die Grafschaft Bentheim im Unterricht: Samtgemeinde Uelsen

Der Bronzezeithof in Uelsen

Seit dem Sommer 2005 gibt es in Uelsen einen "Bronzezeithof". Er wurde im Feriengebiet in der Nähe des Blekker-Hofes errichtet. Er besteht aus einem Haupthaus und mehreren Nebengebäuden.

Zu dieser Anlage kam es so: Ein Anwohner fand in einem Neubaugebiet einige Tonscherben und auffällige dunkle Flecken im rötlich-gelben Erdreich. Die herbeigerufenen Wissenschaftler bargen schließlich mehr als 100 Tongefäße. Man nennt sie Urnen. Diese Urnen enthielten die Asche und andere sterbliche Überreste von Menschen, die vor ungefähr 3000 Jahren gelebt hatten.

Die damalige Zeit nennt man die Spätbronzezeit. Sie dauerte vom 11. und 6. Jahrhundert vor Christi Geburt. Nachdem die Urnen geborgen waren, beschloss man in Uelsen, an diese Zeit mit einem Bronzezeithof zu erinnern. Dieser Hof sollte Gebäude und Anlagen enthalten, die so ähnlich aussehen wie in der Bronzezeit.

Beim Bau verwendete man 40 - 50 Jahre alte Eichenstämme aus dem Harz. Die Pfosten wurden zunächst im Feuer angekohlt und so vor dem Verfaulen geschützt. Sie wurden dann in den Boden eingegraben und verkeilt. Es gibt kein Fundament. Das Haus ist etwa 20 Meter lang. 

Beim Bau des Hauses verzichtete man auf modernes Baumaterial. Pfosten und Balken wurden mit Seilen verbunden. Statt mit Nägeln wurde der Dachstuhl ebenfalls vornehmlich mit Seilen stabilisiert.

Die Seitenwände bestehen aus Flechtwänden mit Lehmputz. Die Flechtwände wurden aus Weidenruten hergestellt. Der Putz ist eine Mischung aus Lehm, Sand und Hanf. Der Boden des Hauses besteht aus gestampftem Lehm.

Das Dach ist aus Riet gefertigt. Das Material stammt aus Masuren in Polen. Es wurden rund 1400 Bündel Riet verarbeitet. Das ergab eine etwa 30 bis 40 Zentimeter dicke Dachschicht. Man geht davon aus, dass das Dach rund 60 Jahre halten wird.

Im Inneren wird manchmal ein offenes Feuer entzündet. Über dem Feuer hat man - so wie die Menschen vor 3000 Jahren - das Fell eines Rindes aufgespannt. Damit sollen Funken aufgefangen werden, damit sich das Dach nicht entzündet. In der Nähe des Hauses wurde ein Backofen errichtet. Darin wird manchmal leckeres Brot gebacken.

Es gibt auch eine kleine Rinderherde auf dem Bronzezeithof. Es handelt sich um kleine Tiere, die der Rasse der Dexter-Rinder angehören. Man nimmt an, dass die Rinder in der Bronzezeit ähnliche Körpermaße aufwiesen.

Außerdem sind inzwischen einige Nebengebäude entstanden, zum Beispiel ein Speicher. In solchen Gebäuden wurden in der Bronzezeit Vorräte aufbewahrt. 

Kinder, die den Bronzezeithof besuchen, können zum Beispiel ausprobieren, wie die Menschen der Steinzeit Löcher in einen Stein gebohrt haben, um daraus dann eine Steinaxt zu machen. Sie können am Ende eines Besuches auch Stockbrot backen.

Bilder: GBiU und Bronzezeithof Uelsen (1)

Finde mit der GBiU-Onlineprüfung heraus, was du gelernt hast.

Ergänzende Materialien für den Unterricht:

Erkundungsaufgaben als PDF-Datei und als ODT-Datei

Den Text der Themenseite als PDF-Datei und als ODT-Datei

Falls du mehr wissen willst

Der Bronzezeithof ist regelmäßig für Besucher geöffnet. Er hat auch eine eigene Homepage, die viele weitere Informationen enthält.

Impressum     l     Nutzungsbedingungen    l   Fehler gefunden?    l     © Hamsterkiste Verlag 2016

zurück zur Übersicht "Samtgemeinde Uelsen"