Der Turm der ev. ref. Kirche ist weithin sichtbar
 

Die Kirchen in der Samtgemeinde Uelsen

 

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Der Turm der evangelisch-reformierten Kirche überragt alle Häuser in Uelsen. Sie ist das älteste Gebäude des Dorfes und wurde aus Bentheimer Sandstein errichtet. An dieser Stelle haben vermutlich schon seit über 1200 Jahren Kirchen gestanden. Die heute Kirche wurde vermutlich bereits vor dem Jahr 1500 errichtet. Erst wurden hier katholische, seit 1588 werden reformierte Gottesdienste abgehalten.

Der Turm der Kirche ist 52 m hoch. Er war früher einige Meter höher, aber am 17. Februar 1683 wurde er durch einen Blitzschlag schwer beschädigt. Die Glocken stürzten damals durch das Gewölbe herab.

An der südlichen Kirchenmauer sieht man außen im Mauerwerk mehrere Rillen. Man nennt sie "Pestrillen". Noch vor ungefähr 360 Jahren wütete in der Grafschaft die tödliche Pest. In ihrer Not gingen die Menschen zu den Kirchen und schabten Steinstaub ab. Sie tranken ihn mit Wasser vermischt.

Im Jahre 1838 gab es Streit in der reformierten Gemeinde in Uelsen. Einige Gemeindeglieder wandten sich ab und gründeten eine eigene altreformierte Gemeinde. Es war die erste in Deutschland. Die heutige altreformierte Kirche wurde 1960 am Eschweg errichtet.

Nach dem zweiten Weltkrieg zogen viele Menschen in die Grafschaft, die zur katholischen oder zur evangelisch - lutherischen Kirche gehörten. Die katholische Sankt-Antonius-Kapelle steht an der Höcklenkamper Straße. Sie wurde 1978 eingeweiht. Die lutherische Gemeinde in Uelsen baute 1954 die Jacobuskirche. 1985 wurde ein Gemeindehaus neben der Kirche errichtet.

Noch vor 300 Jahren gab es in der Samtgemeinde Uelsen nur die evangelisch - reformierte Kirche in Uelsen. Alle Christen aus Wilsum, Itterbeck, Striepe, Balderhaar und Wielen gingen zum Gottesdienst nach Uelsen. Das war sehr weit, und die meisten legten den Weg zu Fuß zurück. 

In Wilsum hatte es zwar vorher schon einmal eine kleine katholische Kapelle gegeben. Doch die war längst verfallen. In Uelsen sträubte man sich lange, den Wilsumern den Bau einer eigenen Kirche zu erlauben. Erst 1725 wurde dort ein evangelisch-reformiertes Gotteshaus gebaut. Erst seit 1805 hat Wilsum einen eigenen Friedhof. 

Am 2. Mai 1773 brannte die Kirche von Wilsum. Der Kirchturm und das Kirchendach wurden zerstört, ebenso sechs Häuser in der Nachbarschaft. In dieser Kirche wirkte von 1793 bis 1859 der Prediger Wessel Friedrich Visch. Er war weit über Wilsum hinaus bekannt als Geschichtsschreiber und Schulinspektor.

Im Jahr 1848, in der Zeit des Pastors Visch, spalteten sich auch in Wilsum einige Familien ab und bildeten eine altreformierte Gemeinde. Die neue Gemeinde hatte zunächst weder einen eigenen Prediger noch eine Kirche. Erst 1910 wurde an der Dorfstraße ein altreformiertes Gotteshaus gebaut. 1986 schließlich entstand an der Eichenallee das heutige Gemeindezentrum mit einer neuen Kirche.

Für Christen aus Itterbeck, Striepe, Balderhaar und Wielen war der Weg zum Gottesdienst nach Uelsen früher besonders weit. In Egge wurde deshalb im Jahr 1903 eine weitere reformierte Kirche gebaut. Sie verfügt über 250 Sitzplätze. Erst seit kurzer Zeit gibt es in Egge auch einen Friedhof und eine Friedhofskapelle. Vorher wurden alle Verstorbenen in Uelsen beerdigt.

Die ev. altreformierte Kirche
 
Die katholische Kirche in Uelsen
 
Die ev. reformierte Kirche in Wilsum
 
Die ev. altreformierte Kirche in Wilsum
 
Die Kapelle in Egge
 
Die Grafschaft Bentheim im Unterricht

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