Die Grafschaft Bentheim im Unterricht: Gemeinde Wietmarschen

Wallfahrtsort Wietmarschen

An den Fenstern kann man die Baustile der Kirche in Ohne erkennen: links gotisch, in der Mitte romanisch - Bild: GBiU

Im Jahr 1152 beschloss der Ritter Hugo von Büren sein unstetes Leben zu ändern. Er erbat von der Gräfin von Bentheim einen Platz für ein Kloster, in dem er als frommer Mönch leben konnte. Er gründete das Kloster "Sünte Marienrode". Im Lauf der Jahrhunderte entstand daraus schließlich der Ort Wietmarschen, in dessen Mittelpunkt heute eine große katholische Kirche steht.

Erst lebten hier nur Mönche, danach wurde es zu einem Frauenkloster. Später entstand daraus ein „Stift“, in dem reiche adlige, unverheiratete Damen lebten. Kloster und Stift gibt es schon lange nicht mehr. Doch einige der alten Gebäude sind noch erhalten. Sie wurden zu Wohnungen, einer Bücherei und einem Café umgebaut. Die heutige katholische Kirche in Wietmarschen steht an der Stelle der früheren Klosterkapelle.

In der Kirche befindet sich eine alte Statue der Gottesmutter Maria. Einer Legende nach wurde dieses „Gnadenbild“ mehrfach nach Bentheim gebracht. Doch es sei immer wieder auf wundersame Weise zurückgekehrt. Das Bild nennt man "Unsere Liebe Frau von Wietmarschen". Es wird auch heute noch von vielen Menschen verehrt. Manche nehmen lange Fußmärsche auf sich, um vor dem Bild zu beten und den Beistand Marias zu erbitten. 

Eine Wanderung zu einem Ort mit einer besonderen religiösen Bedeutung nennt man eine "Wallfahrt". Das Wort kommt von dem alten Wort "wallen". Es bedeutet: "in eine bestimmte Richtung ziehen" oder  "unterwegs sein". Von mehreren Orten der Grafschaft führen Wallfahrtswege nach Wietmarschen, die teilweise seit Jahrhunderten benutzt werden. Auf einer Wallfahrt werden oft Fahnen mitgeführt.

Oft gibt es im Rahmen der Wallfahrten auch einen Gottesdienst im "Stiftsbusch". Das ist ein Wald in der Nähe der alten Klosteranlagen. Manchmal wird der Gottesdienst auch mit dem Bischof gefeiert. Der Bischof residiert in Osnabrück und leitet das Bistum Osnabrück. Zu diesem Bistum gehören alle katholischen Gemeinden der Grafschaft Bentheim.

Wenn ein Gottesdienst im Stiftsbusch stattfindet, wird das Gnadenbild der Gottesmutter stets in einer Prozession zu einem Altar unter freiem Himmel geleitet. 

Alle Bilder: GBiU

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Ergänzende Materialien für den Unterricht:

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