Grafschafter Geschichten


Nordbecks Mühle

Früher gehörten die Mühle, die neben dem Hof Nordbeck in Hardingen liegt, dem Grafen von Bentheim. Müller Nordbeck musste jährlich Abgaben leisten. Das fiel ihm mit der Zeit immer schwerer, denn er hatte die stattliche Zahl von neunzehn gesunden Jungen zu ernähren.

So entschloss er sich eines Tages, nach Bentheim zum Grafen zu fahren und um eine Herabsetzung der Abgabelasten zu bitten. Der Graf versprach, in der nächsten Zeit einmal selbst nach Hardingen zu kommen, um  sich die Mühle, vor allem aber die Schar der stets hungrigen Müllersöhne anzusehen.

Nach einigen Tagen erschien der Graf. Der Müller rief schnell seine neunzehn Jungen herbei und ließ sie in einer Reihe aufstellen. Der Graf zählte nach und sagte dann: Müller Nordbeck, wenn Ihr mir im nächsten Jahr den zwanzigsten Sohn präsentieren könnt, dann soll die Mühle für immer in Euer Eigentum übergehen.

Das ließ sich Nordbeck nicht zweimal sagen. Im nächsten Jahr erschien er wieder in Bentheim und meldete dem Grafen stolz die Geburt des zwanzigsten Sohnes. Der Landesherr lachte lauthals, drückte ihm herzlich die Hand und ließ eine Urkunde ausstellen, die den Müller Nordbeck zum Eigentümer der Mühle in Hardingen machte.