Die Grafschaft Bentheim im Unterricht


Plattdeutsche Texte

  

Millen düür!

'n Döönken uut de Schole

Geesken passt vandage ien de Schole gar nich up. Ierst had se nen schoanen Tückdook vergetten. En nu kann se ok dat Gedicht nich uut 'n Kopp. Doarüm geff de Mäister ear met sienen Stock düftig welle vür 'n Ears.

Geesken reart en jammert het uut: „Herr Lehrer, ich kann 's nich mehr länger aushalten! Ich werde flau!" Later löpp se ien 'n Draff noa Huus.

Eare Mama höart ear Wicht al van wieten ankummen. Se will ear ien de Arme nemmen en frogg: „Wat is d'r doch, mien Wicht? Well heff di wat doan?"

Men Geesken gooit earen Tornüster ien 'n Hook, löpp rearend an eare Mama langs, liekuut in de Schloapkamer met dat grote Spegel. Mama is besorgt en nijschierig. Se geht stillekes achter ear an. En wat sött se doar?

Geesken steht für den Spegel, ... treckt sik de Bukse dale, ... dräit sik üm, ... geht krumm vür 'n Spegel stoahn ... en ... faung noch hätter an te rearen: „Mama, kiek is! ... Mien'n Ears! ... Had ik mi wal dacht: Millen düür!!!“

Upschreewen van Janette Boerrigter

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vandage = heute; schoane = sauber; Tückdook = Taschentuch; uut 'n Kopp = auswendig; düftig = tüchtig; Ears = Po; rearen = weinen; flau = ohnmächtig; later = später; ien'n Draff = im Trab, eilig; Wicht = Mädchen; gooien = werfen, schleudern; Tornüster = Schultasche; Hook = Ecke; liekuut = geradeaus; Schloapkamer = Schlafzimmer; nijschierig = neugierig; stillekes= leise; achter an = hinterher; trecken = ziehen; Bukse = Hose; dale = runter; ümdräien = umdrehen; hätter =lauter; millen düür = mitten durchgebrochen, in zwei Teile


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